Spurenproben II - Kosten für eine DNA-Analyse / Vaterschaftstests
Warum kostet die Analyse von Spurenproben II mehr, als die Analyse von
Spurenproben I ?. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Analyse von Spurenproben im Vergleich zur DNA-Analyse von Speichelproben, also Mundschleimhautabstrichproben, aufwendiger ist. Jede Spurenprobe muß individuell bearbeitet werden. Das aufwendigste dabei ist die Trennung der DNA-Moleküle von den restlichen Bestandteilen der Zellen, die bei einem Mundschleimhautabstrich gewonnen werden. Abstrichproben, die mit einem Wattetupfer bei einem Wangenabstrich der Mundhöhle gewonnen werden, bearbeiten wir preisgünstig mit einem Roboter (siehe dazu unserer Laborvideo zur automatisierten DNA-Extraktion). Alle anderen Proben müssen "von Hand" bearbeitet werden.
Spurenproben können sehr vielfältig sein. Unter Spurenproben II verstehen wir: Blutreste auf verschiedenen Trägern und biologische Spuren auf Stoff . Auch Reste von Zigarettenfiltern fallen in diese Kategorie. Die Bearbeitung solcher Spurenarten ist zeitaufwendig und damit teurer. Die Analysekosten bestehen also im wesentlichen aus Arbeitszeitkosten.
- Papiertaschentuch mit Nasensekret
- Blut auf beliebigen Träger
- Sekret auf Stoff
- Zigarettenfilter (ohne Aschereste)
Wir werden auch oft gefragt, ob man mit abgeschnittenen Haaren einen Vaterschaftstest machen kann. Leider klappt das nicht, denn man benötigt die Haarwurzel für die Bestimmung eines DNA-Profils. Sollen Haare untersucht werden, senden Sie am besten ausgerissene Haare ein (siehe Spurenproben III). Haare, die man auf einer Bürste findet, sind nicht besonders gut geeignet, weil es sich meistens um Haare aus der telogenen Wachstumsphase eines Haares handelt. Solche Haare enthalten zu wenig Kern-DNA.
Etwa alle 3-7 Jahre fällt ein Haar auf natürliche Weise aus. Das Haar wird dabei über die Zeit dünner, die Wurzel wird kleiner und es fällt plötzlich aus, um einem neuen, wieder dickerem Haar, Platz zu machen. Solche telogenen Haare findet man dann auf einer Bürste oder einem Kamm. Die Chance mit solchen Haaren ein DNA-Profil bestimmen zu können, welches dann ausreichend für den Abstammungstest ist, liegt unter 50 %. Nur ausgerissene Haare haben eine bessere Erfolgsquote in der DNA-Analyse. Beim Ausreissen eines Haares enthält die Wurzel selbst mehr Kern-DNA, als ein ausgefallenes Haar, gleichzeitig aber haften an der Wurzel auch Zellen der Kopfhaut an. Diese Zellen enthalten viel Kern-DNA. Genau diese Kern-DNA wird nämlich für einen Standard DNA-Vaterschaftstest benötigt.
Allerdings enthalten Haare auch die sogenannte mtDNA (mitochondriale DNA). Diese DNA kann zwar nicht für einen Vaterschaftstest benutzt werden, jedoch aber zur Untersuchung der mütterlichen Linie. So enthalten z.B. die Urgroßmutter, die Großmutter, deren Tochter, also die Mutter und die Enkelin (also die Tochter der Mutter) dieselbe mtDNA. Diese Reihe kann natürlich beliebig in der Vergangenheit fortgesetzt werden. Söhne enthalten zwar auch die mtDNA der Mutter, jedoch gibt nur die Mutter die Information der mtDNA an ihre Nachkommen weiter. Der Vater kann seine mtDNA nicht an die Nachkommen weitergeben.
Bei Fragen zum Thema der mtDNA wenden Sie sich bitte an Dr. Michael Jung, Tel: 0641 2099102.
Je Spurenprobe II beträgt der Aufpreis 169 Euro.
Mehr Erkärfilme zu unserenDNA-Vaterschaftstests finden Sie unter diesem link.
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