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Schwere Chikungunya Virus Epidemie 2005 auf Inseln im indischen Ozean - keine Pandemie, da lokal begrenzt

Auch Frankreich war 2005 von der unerwartet schweren Infektionswelle mit seinem Überseedepartment Réunion, östlich von Madagaskar gelegen, betroffen. Die Dengue ähnliche Viruserkrankung wird von Stechmücken übertragen. Von den etwa 800.000 Einwohnern auf der Réunion (2.500 km2) wurde etwa die Hälfte der Bevölkerung infiziert und erkrankte schwer. Chikungunya oder auch das Dengue Fieber sind lebensbedrohliche Viruskrankheiten. Die Symptome beider Erkrankungen sind ähnlich: starke Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, hohes Fieber und Hautausschlag. Da das Virus hauptsächlich in tropischen Entwicklungsändern auftritt, gibt es keine spezifischen Medikamente zur Behandlung. Das Allheilmittel Antibiotika besitzt keine Wirkung, hilft es doch nur bei bakteriellen Infektionen. Muskel- und Gelenkschmerzen lassen sich etwas mit Paracetamol lindern. Acetylsalicylsäure darf nicht angewendet werden!

Mit etwas Glück klingt die schwere Infektion aber nach 1-10 Tagen von selbst ab, wie man es ja auch von einer Virusgrippe kennt. Nicht zu unterschätzen ist das hohe Fieber, insbesondere bei Erwachsenen kann die hohe Körpertemperatur zu einer Schädigung des Glaskörpers der Augen führen. Bei Fiebertemperaturen gilt prinzipiell, dass körpereigene Proteine geschädigt werden können. Zellreste oder denaturierte Proteine, die sich im Glaskörper aneinanderheften und sich dann dort bewegen, werden von Augenärzten auch als „fliegende Mücken“ bezeichnet. Man denkt, da fliegt was vor dem Auge, in Wahrheit aber sind es Zell-Protgeine Aggregate im Auge. Diese sieht man insbesondere, wenn man in eine helle Lichtquelle schaut – sie stören nicht nur beim Lesen und können nicht entfernt werden.

Das das Chikungunya Fieber die Réunion 2005 so hart getroffen hat, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die Krankheit dort nicht bekannt war, so gab es auch keine immunen Insulaner. Ursprünglich kommt Chikungunya aus Afrika wo es 1952 in Tanzania zum ersten mal beschrieben wurde. Man geht davon aus, daß die Infektion 2005 von Ostafrika über die Komoren und Mayotte nach Réunion gelangt ist.

Réunion ist eine wunderbare Insel. Neben fantastischen Lagunenstränden glänzt die Vulkaninsel mit einer über 3.000 m hohen, grünen Bergwelt. Ob Strand oder Berge, für jeden ist etwas dabei, sogar ein aktiver Vulkan, der Piton de la Fournaise. Vielleicht gerade, weil der Tourismus noch unterentwickelt ist, ist die Insel so schön. Allerdings hat der noch junge Tourismus, der auch durch den recht teuren Flug, noch nicht überhand genommen hat, durch die Chikungunya Epidemie einen starken Dämpfer bekommen. Noch immer sind einige, auch große Hotels, geschlossen.

Leider waren auch die französischen Behörden der massiven Epidemie nicht gewachsen. So gab es so gut wie keine Information über die Krankheit, z.B. über eine Infektion während der Schwangerschaft. In unserer informationsbasierten Gesellschaft ist eine solche Politik katastrophal. Das verheimlichen von Information bringt selten einen Gewinn. So wussten infizierte Personen nicht, ob sie die Erkrankung überleben. Das hohe Fieber führte bei vielen Erkrankten auch zu Bewusstseinsstörungen. Man kann denken, ja, wenn man es hat, dann muss man durch. Aber was ist mit den schwangeren Frauen, die nicht wussten, wie sie sich verhalten sollten und ob und welche Folgen für das Ungeborene zu erwarten wären. Selbst aus Krankenhäusern gab es keine Information. Von einem Krankenpfleger aus St. Denis, der Inselhauptstadt, hat man erfahren, daß er entlassen wurde, nachdem er zu möglichen Krankheitsfolgen Auskunft gab. Kranke Personen, die eine Blutprobe untersuchen ließen, erfuhren erst nach drei Wochen, ob sie an der Chikungunya erkrankt waren. Das war zu spät, denn die Infektion klingt ja nach ca. 10 Tagen wieder ab. Erst im Nachhinein wurde bekannt, daß einige Kinder blind zur Welt kamen. Man muß sich wirklich fragen, warum die Patientenproben nur in staatlichen Laboren in Paris untersucht werden durften. Muß sich der Staat selbst in die Gesundheit der Bürger einmischen? An jeder Ecke kann man auf der Réunion Blut- oder Urinproben untersuchen lassen. Anders als in Deutschland geht man direkt ins Labor, zu einem auf medizinische Untersuchungen spezialisierten Naturwissenschaftler und muß nicht erst zum Arzt gehen, der dann die die Proben irgendwohin schickt. Doch Chikungunyadiagnostik, darf in Frankreich nur von staatlichen Laboren ausgeführt werden, sehr seltsam.

Die Ungewißheit während der Schwangerschaft hat so manche Frau dazu bewegt ihr Haus nicht mehr zu verlassen, um das Risiko von einer Mücke gestochen zu werden zu minimieren. Kammerjäger hatten volle Auftragsbücher, um hausnahe Mückenbrutstellen auszumerzen. Da die übertragende Mücke in den Bergen nicht vorkommt, hätte so manche Schwangere einfach auf eines der Hochplateaus (z.B. nach Cilaos oder Salazie) ziehen können. Das hätte man schon organisieren können.

Auch wenn die französische Regierung ihre Bürger auf Réunion nur schlecht informierte, so war doch immerhin bekannt, daß es eine Chikungunya Epidemie gab. Ganz anders auf den Nachbarinseln Mauritius und den Seychellen. Auch dort gab es eine Epidemie aber aus den Medien war darüber nichts zu erfahren. Mauritius und Seychellen leben nämlich fast nur vom Tourismus. Diese Inseln gehören nicht zu Frankreich, wie Réunion, sondern sind eigenständige Staaten. Selbstverständlich ist aber ein Urlaub in den Tropen immer mit dem Risiko einer Erkrankung verbunden, dessen sollte man sich bewusst sein.

Schon 2006 haben Isabelle Schuffenecker und ihre Co-Autoren in der Zeitschrift PLOS Medicine berichtet, wie man per DNA-Analyse die einzelnen Virus-Subtypen bestimmen und auseinanderhalten kann.

 

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