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Steigende Geburtenraten bei steigendem Wohlstand?

„The Economist“ hat in seiner Ausgabe vom 8. August 2009 ein Thema aufgenommen, das auch schon die renommierte Zeitschrift „Nature“ aufgegriffen hatte: Die Forschung von Mikko Myrskyla an der Universität von Pennsylvania, in der Myrskyla und sein Forschungsteam den Zusammenhang zwischen der Geburtenrate und dem sogenannten „human development index“ (HDI) eines Landes ermitteln. Der HDI ist eine Kennzahl, die die Vereinten Nationen nutzen und die drei Komponenten berücksichtigt: Lebenserwartung, Durchschnittseinkommen und Bildungsniveau. Nun hat Myrskyla entdeckt, daß die in der Vergangenheit gefallenen Geburtenraten in den wohlhabenden Nationen wieder steigt, wenn der HDI über etwa 0.9 steigt.

Das ist eine interessante Entdeckung, die viele derzeit politisch hochbrisante Diskussionen beeinflußt, vor allem die Angst vor der Überalterung der Gesellschaft in den entwickelten Industrienationen und die Stabilität unserer Rentensysteme, genauso wie die umstrittenen Familienförderungen in Deutschland, die die Geburtenrate steigern sollen, dies aber nicht tun.

„The Economist“ erkärt Myrskylas Rückschlüsse so, daß Menschen in armen Ländern viele Nachkommen produzieren, um zum einen ihre Altersversorgung sicherzustellen und zum anderen das Überleben oder den Erfolg wenigstens einiger ihrer Nachkommen zu sichern. So würden dann in wohlhabenden Nationen Menschen wenige Nachkommen zeugen, um diesen die beste Ausbildung und den besten Start ins Leben zu ermöglichen. Mit noch mehr steigendem Wohlstand könnte diese Ausbildung und der beste Start ins Leben dann auch einer höheren Anzahl von Nachkommen garantiert werden, wobei auch die Möglichkeit der Frau und Mutter, berufstätig zu sein, dabei eine Rolle spiele.

Dazu kann man aber auch kritische Stimmen im Internet lesen, z.B. vom Volkswirtschaflter Edward Hugh, der argumentiert, daß die aufgestellten Thesen viele Punkte unberücksichtigt lassen. Er kritisiert z.B., daß ein Zusammenhang zwischen steigenden Wohlstand und einer höheren Geburtenrate noch keine Ursache-Wirkung darstellen müsse. So nennt „The Economist“ für die Untersuchungen von Myrskyla auch Ausnahmen, z.B. die Länder Canada und Japan, die aber leider im entsprechenden Artikel nicht weiter untersucht oder erläutert werden. So kann nach Edwards auch die Tatsache, daß das Alter, in dem Menschen in entwicklten Ländern Nachwuchs bekommen, steigt, die verwendete Kennzahl und damit die Schlüsse aus der Untersuchung beeinflußen. Zu berücksichtigen wäre auch, daß durch die Wirtschaftskrise der Wohlstand in vielen Ländern wieder in Gefahr sei. Daneben könne das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung dazu führen, daß die Lebensbedingungen für die jüngere Generation wieder schlechter werden und die Geburtenrate wieder falle (was eine weitere Verschiebung des Durchschnittsalters zur Folge habe und die Geburtenrate weiter sinken lasse).

Interessante Thesen also, die auf der einen Seite die Hoffnung aufkeimen lassen, daß die demographischen Probleme unserer Zeit künftig vielleicht gelöst werden können, die aber auch noch einer Reihe von kritischen Fragen und weiteren Untersuchungen standhalten müssen.

- 25.08.2009

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